Ein Ex-Borusse sorgt für Furore in der Schweiz. Gladbach dürfte seine Situation genau beobachten.
„Dieser Junge ist verrückt“Ex-Fohlen schießt alles kurz und klein – kassiert Gladbach noch ab?

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Winsley Boteli hat aktuell einen richtigen Lauf.
Ein ehemaliges Talent von Borussia Mönchengladbach erlebt beim FC Sion für eine wahre Leistungsexplosion. Winsley Boteli (20), für dessen feste Verpflichtung die Schweizer im Sommer 3,5 Millionen Euro auf den Tisch legten, knipst nach Belieben.
Seine unfassbare Quote: zwölf Treffer in zwölf Pflichtpartien. Allein in der Super League landete der Ball durch ihn schon fünfmal in sechs Spielen im Netz, was ihm den zweiten Platz in der Torjägerliste einbringt.
Lob für Ex-Gladbacher: „Er ist ein Killer vor dem Tor“
Auch auf internationaler Bühne hat der Stürmer mächtig Eindruck hinterlassen. In der Qualifikation für die Conference League konnte der frühere Gladbacher sieben Tore erzielen, darunter ein Hattrick im Spiel bei Ajax Amsterdam.
Erst letzten Donnerstag kippte er mit einem Doppelpack fast im Alleingang das Spiel beim FC Basel und bescherte Sion so einen 2:1-Sieg. Vor allem sein zweiter Treffer, ein wuchtiger Schuss unter den Querbalken aus der Drehung, sorgte für offene Münder. Das berichtet „rp-online.de“.
Der ganze Hype, den der Schweizer „Blick“ zur „Boteli-Mania“ erklärte, scheint den jungen Stürmer aber nicht aus der Ruhe zu bringen. Sein Mitspieler Numa Lavanchy fand nach dem Basel-Erfolg die richtigen Worte: „Dieser Junge ist verrückt. Er ist ein Killer vor dem Tor.“
Während die Fans in Sion ihren neuen Torjäger abfeiern, schauen viele Gladbach-Anhänger mit einem weinenden Auge auf die Performance des einstigen Fohlen-Juwels, der in der vergangenen Saison bereits an die Schweizer ausgeliehen war. Boteli, der von Servette Genf zum Niederrhein kam, hatte sein enormes Potenzial in der U17 und U19 bereits aufblitzen lassen. In der U23 kam er in 36 Regionalliga-Spielen aber nur auf sieben Treffer und schaffte es meist nicht über die Jokerrolle hinaus.
Warum ihm bei Borussia der große Sprung verwehrt blieb, darüber lässt sich nur mutmaßen. Vielleicht ging ihm die Entwicklung nicht schnell genug oder der Weg in den Profikader schien zu lang. Ob er heute, wo der Verein mit Talenten wie Wael Mohya oder Iaia Manco Danfa wieder stärker auf die Jugend setzt, bessere Chancen hätte, ist ungewiss. Fest steht aber auch: Die Bundesliga ist eine deutlich härtere Nuss als die Schweizer Super League.
Finanziell könnte sich der Höhenflug für die Borussia am Ende aber doch noch lohnen. Der Klub hat sich eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent gesichert. Da bei Galatasaray, das im Sommer angefragt hatte, schon eine Ablöse von 20 Millionen Euro im Gespräch war, dürfte Botelis Marktwert, der zuletzt auf fünf Millionen Euro geschätzt wurde, bald durch die Decke gehen. Ein kleines Trostpflaster für Gladbach, während der FC Sion den Hauptgewinn einstreicht. (red)

