Fohlen-Trainer Polanski wirft die Youngster rein – das gab es in dieser Form schon lange nicht mehr am Niederrhein.
Gladbach-StartelfDas gab es seit fast fünf Jahren nicht mehr

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Eugen Polanski warf gegen Elversberg zwei Teenager in die Startelf.
Bei der bitteren 3:4-Heimpleite von Borussia Mönchengladbach gegen Aufsteiger SV Elversberg schickte Eugen Polanski eine junge Mannschaft aufs Feld. Dabei sticht ein Fakt heraus.
Die Startelf der Gladbacher wies ein Durchschnittsalter von 25,8 Jahren auf, was sie zu einer der jüngsten der Liga machte. Am 2. Spieltag waren aber immerhin vier andere Teams sogar noch jünger aufgestellt: Gegner Elversberg (25,2), Paderborn (24,5), Borussia Dortmund (24,9) sowie die Eintracht aus Frankfurt (25,5).
Eberl tobte wegen Pfiffen gegen junge Spieler
Unter der Regie von Polanski gab es zuvor nur in seinen zwei allerersten Spielen als Cheftrainer eine noch jüngere Startelf. In der kompletten Saison 2024/25 war die Mannschaft unter Gerardo Seoane nie jünger, während das im Spieljahr 2023/24 immerhin 16-mal vorkam. Das berichtet „rp-online.de“.
Doch was die Aufstellung gegen Elversberg wirklich außergewöhnlich machte, war ein ganz anderer Punkt. Mit Mathieu Nguefack (18) und Wael Mohya (17) standen zum ersten Mal seit beinahe fünf Jahren wieder zwei Teenager in der Anfangsformation, die maximal 18 Jahre alt waren. Ein echtes Statement! Dieses Wagnis gab es zuletzt im Dezember 2021 unter Coach Adi Hütter, als die damals 18-jährigen Joe Scally und Luca Netz bei der 2:3-Pleite gegen die Frankfurter Eintracht von Beginn an ran durften.
Ein Blick zurück in die Vereinsgeschichte zeigt, wie ungewöhnlich ein solcher Schritt ist. Drei Jahre zuvor hatte Dieter Hecking aus Personalnot auf die beiden 18-jährigen Reece Oxford und Michael Cuisance im Mittelfeld gebaut. Obwohl Borussia mit 3:1 gegen den HSV siegte, platzte Manager Max Eberl der Kragen, weil einige Fans die jungen Spieler bei Rückpässen auspfiffen. „Das geht mir sowas von auf den Sack. Das ist eine bodenlose Frechheit“, tobte Eberl seinerzeit.
Im Gegensatz dazu agierte Lucien Favre, obwohl als Talent-Entdecker bekannt, deutlich zurückhaltender. Er brachte im September 2015 zwar Andreas Christensen und Mo Dahoud (beide 19) zusammen von Anfang an, doch die 0:1-Niederlage in Köln besiegelte sein Aus als Fohlen-Coach.
Die Startelf gegen Elversberg war ein Team der Extreme: Sechs Akteure waren 28 Jahre oder älter, die anderen fünf Kicker hingegen maximal 23 Jahre alt. Eine goldene Mitte suchte man vergebens. Dass jung aber nicht gleichbedeutend mit unerfahren ist, beweist eine andere Zahl: Die Gladbacher Anfangsformation brachte die massive Erfahrung von 661 Bundesliga-Spielen auf den Platz – beim Gegner aus Elversberg waren es nur 36.
Jetzt liegt es an Polanski, nach dem verpatzten Saisonstart die richtige Mischung zu finden. Der Coach muss abwägen, wie viel Jugend seine Mannschaft verkraften kann, um endlich die ersten Punkte zu sammeln. (red)

