Blessin in der ZwickmühleWarum sich Gladbach Batz als Nummer eins kaum leisten kann

Torhüter Daniel Batz mit Ball im Stadion

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Torhüter Daniel Batz überzeugt aktuell als Nicolas-Ersatz.

Nicolas ist bald zurück, aber Batz pariert überragend. Wer hütet nach der Länderspielpause das Fohlen-Gehäuse?

Bei Borussia Mönchengladbach wird der Konkurrenzkampf richtig heiß – und zwar auf der Torhüter-Position!

Eigentlich wollte Sport-Boss Rouven Schröder durch die Sommer-Transfers auf sämtlichen Positionen harte Kämpfe um die Startelf-Tickets entfachen. Davon kann aktuell aber eigentlich nur bei den Schlussmännern wirklich die Rede sein. Das berichtet der „Kicker“.

Das spricht gegen einen langfristigen Torwartwechsel

Der Hauptgrund hierfür heißt Daniel Batz. Planmäßig war er bloß als Ersatzmann für Moritz Nicolas vorgesehen, den derzeit Muskelbeschwerden außer Gefecht setzen. Allerdings liefert der erfahrene Keeper weitaus mehr ab als eine simple Pflichterfüllung. Neben seiner extremen Verlässlichkeit zeigt er am laufenden Band spektakuläre Rettungstaten. Genauso lief es beim 1:3 im Auswärtsspiel beim HSV ab, als Batz beispielsweise eine Gelegenheit von HSV-Profi Patson Daka zunichtemachte.

Zwar vermochte der Torwart die Schlappe in der Hansestadt nach dem 1:1-Pausenstand nicht abzuwenden. Dennoch erhöhte er mit dieser Vorstellung den Druck auf seinen Konkurrenten bis ans absolute Limit. Eine enorme Gelassenheit und Stabilität gehen von dem Mann aus, der im Sommer aus Mainz kam.

Exakt diese Eigenschaften ließ Nicolas zum Saisonstart vermissen: An seine Top-Verfassung des Vorjahres reichte der etatmäßige Stammhalter nicht heran, stattdessen unterliefen ihm diverse Unsicherheiten und Patzer. Ganz anders Batz, der vor der Reise nach Hamburg zweimal nacheinander seinen Kasten sauber hielt – sowohl beim torlosen Remis gegen Paderborn als auch beim 2:0-Erfolg im Pokalwettbewerb gegen Karlsruhe. Während beider Duelle präsentierte sich der Routinier in etlichen Momenten hochkonzentriert.

Nun liegt der Ball bei Übungsleiter Alexander Blessin. Sobald die Länderspiele vorüber sind, dürfte Nicolas wieder voll zur Verfügung und der Gladbach-Trainer vor einer kniffligen Entscheidung stehen.

Bis dato verfolgte der Fußballlehrer einen unmissverständlichen Kurs: „Mo ist unsere Nummer eins und wird es auch bleiben.“ Dennoch schüttete der Chefcoach reichlich Anerkennung über Batz aus und bezeichnete diesen als „top, top, top Nummer zwei“.

Es gibt Gründe, die gegen eine Wachablösung auf der Linie sprechen. Erstens hat Nicolas sich den Rückhalt durch seine extrem starke Vorsaison verdient. Er war einer der Schlüsselakteure beim Klassenerhalt. Obendrein gehört Nicolas dem Spielerrat an, was seinen Status als Leitwolf innerhalb der Truppe unterstreicht.

Hinzu gesellt sich der finanzielle Faktor, welcher für die Verantwortlichen am Niederrhein angesichts notwendiger Budget-Kontrollen eine immense Bedeutung besitzt. Sollte Nicolas, der noch einen Vertrag bis 2029 hat, plötzlich nur noch auf der Ersatzbank sitzen, würde dies seinen Marktwert drastisch schmälern.

Und genau das kann ich Gladbach eigentlich nicht leisten. Schließlich gilt der 29-Jährige als einer der kostbarsten Spieler des gesamten Aufgebots. Durch seine Paraden im zurückliegenden Abstiegskampf weckte er bereits das Interesse mehrerer Vereine von der britischen Insel. Ein Verkauf in nennenswerter Millionenhöhe ist bei Batz, der in Kürze seinen 36. Geburtstag feiert, hingegen völlig ausgeschlossen.

Trotz allem hat der Routinier beim Coach ein beeindruckendes Empfehlungsschreiben hinterlegt. Den Frust über die 1:3-Pleite konnte jedoch selbst sein persönlicher Gala-Auftritt keineswegs lindern. „Die Gelb-Rote Karte war der Knackpunkt. Trotzdem hatten wir noch unsere Chance auf den Ausgleich. Wenn wir das 2:2 erzielt hätten, wäre es noch einmal unruhig geworden und das Momentum hätte auf unsere Seite kippen können“, ärgerte sich Batz. Und wie lautet sein klares Motto für die nächste Zeit? „Wir müssen weiter an uns glauben.“ (red)